Stillgewässer

Viele Moore und zahlreiche Feuchtgebiete in der Schweiz sind mehrheitlich trocken gelegt. Darunter leiden Amphibien, Libellen und ebenso viele andere ans Wasser gebundene Tiere und Pflanzen. Sie haben kaum mehr grossflächige und zusammenhängende Wasser- und Landlebensräume. Entsprechend ist der Rückgang zahlreicher Populationen bis zum totalen Verschwinden von Arten traurige Realität.

Weiherbauten, auf die Bedürfnisse von bestimmten Amphibienarten ausgerichtet, geniessen bei uns hohe Priorität. Wir haben Erfahrung im Weiherbau und in der Förderung von Amphibien und Reptilien.  

Wir schaffen neben Stillgewässern auch eine Vielfalt an Unterschlüpfen, Kinderstuben und Überwinterungsplätzen mit zahlreichen Kleinstrukturen. Blumeneinsaaten, das Pflanzen von Sträuchern und Stauden, Einzelbäumen oder Baumgruppen für Insekten und Vögel gehören für uns selbstverständlich in ein umfassendes Weiherbauprojekt.

Der Bau von Weihern, Tümpeln und Flachgewässern soll dort realisiert werden, wo es sinnvoll und erfolgversprechend ist. Wir wollen wissen, was wir fördern. Darum betrachten wir ein Gelände ganzheitlich, mit Liebe zum Detail und auf zahlreiche Gegebenheiten und Fragestellungen hin. Die Sicherung von Unterhalt und Pflege sowie die Erfolgskontrolle gehören in jedes Projekt.

Fragen Sie uns. Wir begleiten Sie gerne ans Wasser und ins Feld. 

Die Kleingewässer für Gelbbauchunken im Gwattmösli und Gwattmoos sind wieder offen.

Die Kleinstgewässer für die Zielart Gelbbauchunke im Gwattmoos und Gwattmösli waren teilweise so stark verwachsen, dass sie von den Amphibien gemieden wurden. Darum haben wir die kleinen Tümpel mit dem Bagger wieder frei gelegt und neue ausgehoben, so dass sie den Bedürfnissen der Unke nach flachen, vegetationslosen Gewässern und guter Besonnung entsprechen. Das pflanzliche Material wurde an geeigneter Stelle auf beiden Parzellen wieder eingebaut.

Die Massnahmen wurden von der Firma Wenger AG, Unterlangenegg rasch und kompetent ausgeführt. Finanziert wurde der Eingriff im kantonalen Naturschutzgebiet Gwattmösli vollumfänglich durch die Abteilung Naturförderung Kanton Bern.

Die Kosten im Gwattmoos wurden von Pro Natura Bern und Pro Natura übernommen.

Weiherbau im Naturschutzgebiet Amez-Droz, Gunten

Vor einiger Zeit wurde in Gunten ein grösserer Gartenweiher zugeschüttet, der bisher Grasfröschen und Erdkröten als Laichgewässer gedient hatte. Wir beschlossen, im kantonalen Naturschutzgebiet "Amez Droz" Ersatz zu schaffen. Dieses befindet sich in unmittelbarer Nähe und ist im Besitz von Pro Natura.

Der Zugang zum Gelände mit Maschinen erwies sich als  tückisch. Nach dem Aushub für den Weiherbau verlegten wir Vlies und eine 60 m² grosse Kautschukabdichtung, die mit Kies überschüttet wurde. So wird sich das Regenwasser sammeln und der rund 40 Quadratmeter grosse Tümpel nicht austrocknen.

Die Amphibien haben ein ideal gelegenes und besonntes Stillgewässer erhalten. Finanziert wurde das Vorhaben durch eine grosszügige Spende einer Privatperson und Pro Natura Bern.

Pflege und Neuanlage Weiherbau auf dem Grünenboden, Gem. Sigriswil, 2015

Vom 9. bis 11. November 2015 wurden auf der ehemaligen Lotharfläche Grünenboden in Sigriswil mehrere seit Jahren bestehende Stillgewässer und kleine Hangrinnsale gepflegt. Dabei wurde die teilweise üppige Vegetation aus dem Gewässern entfernt. Vorgängig hatten die Forstbetriebe Sigriswil einen Holzschlag vorgenommen, der zusammen mit der Schaffung weiterer Tümpel die Attraktivität für Amphibien und Libellen um ein Vielfaches erhöht hat. Die offenen Wasserflächen sind jetzt wieder optimal besonnt. Auf jeden Fall haben unzählige Grasfrösche den Eingriff streng beobachtet und die Tümpel umgehend in Beschlag genommen.

Finanziert wurde der Eingriff vom kantonalen Amt für Wald (KAWA) und vom Ökofonds der Energie Thun AG.

Schnittweier oberhalb Steffisburg, Förderung Geburtshelferkröte, 2014

Am 20. und 21. Januar 2014 haben die Geburtshelferkröten im etwas versteckten Schnittweier ob Steffisburg ein weiteres, neues Zuhause aus Stein und Sand erhalten. Es liegt direkt neben dem Feuerwehrweiher, dem wichtigsten Aufenthaltsort für die Kröten in der Umgebung. Dort herrscht momentan Winterruhe, aber im Frühling werden viele von ihnen nach einer zweijährigen Entwicklungszeit als voll ausgebildete, juvenile Geburtshelferkröten das Wasser verlassen. Nach zwei bis drei Jahren sind die Tiere dann geschlechtsreif. Während der Paarungszeit können sie sich im eben geschaffenen Landlebensraum eingraben.

Zusammen mit den Trockenmauern am Waldrand auf der Gegenseite (die wir vor vier Jahren gebaut haben) sind damit Unterschlupf und Überwinterungsplätze für die Amphibien aufgewertet worden.

Und bald wird man sie in den Sommermonaten aus den entstandenen Schlupflöchern „glöggelen“ hören (weitere Informationen unter www.karch.ch).

Grundeigentümer und Bauherrschaft: Christian Schlapbach und Daniel Allenbach, beide Burgergemeinde Steffisburg

Ausführende: René Künzi, Maschinist, Wenger Tiefbau, Schwarzenegg

Projektleitung: Verena Wagner 

Lebensraum für die Geburtshelferkröte auf dem Hartlisberg in Steffisburg

Auf einer ehemaligen Lotharfläche auf dem Hartlisberg ob Steffisburg hat die Burgergemeinde Steffisburg vor einigen Jahren zwei grössere Tümpel gebaut, die durch kleinere Zuflüsse aus der Umgebung gespeist werden. Damit wurden Grasfrosch und Erdkröte sowie anderen wasserliebenden Tieren und Pflanzen ein neuer Lebensraum geschaffen.

Seit man im Gelände über mehrere Jahre in den Sommermonaten auch Geburtshelferkröten gehört und gesichtet hatte, wollte man für diese seltene, gefährdete Art sowohl wasser- wie auch landseitig eine Fläche aufwerten. Massgeschneidert auf die Ansprüche des "Steichröttli", wie es im Kanton Bern auch genannt wird. Eine Herausforderung der besonderen Art in vielerlei Hinsicht.

Dank der finanziellen Unterstützung durch den Förderfonds für ökologische Massnahmen der Energie Thun AG und weiterer Geldgeber konnten wir zügig ans Werk. Nach einem Holzschlag durch die Burgergemeinde, stand in den letzten Dezembertagen ein mehrtägiger Maschineneinsatz auf dem Programm. Mit dem versierten Maschinisten René Küenzi des Unternehmens Wenger, Schwarzenegg, bauten wir auf pragmatische Weise und in gewohnt unkomplizierter und humorvoller Zusammenarbeit einen grösseren Tümpel ohne Folieneinlage. Entscheidend aber war für uns die Errichtung des Landlebensraums. Da steckt geistige und praktische  Feinarbeit drin. Ob das reicht, den Glögglifrösch auf dem Hartlisberg dauerhaft anzulocken, wird sich weisen.

Bauherrschaft: Burgergemeinde Steffisburg, Projektleitung: Verena Wagner

Zu besichtigen ist der neue Lebensraum auf einem Sonntagsspaziergang im Naherholungsgebiet Hartlisberg. Viel Vergnügen.

Gwattmoos, Thun, 2013

Unmittelbar neben dem kant. Naturschutzgebiet Gwattmösli (im Besitz von Pro Natura Bern) befindet sich eine grössere Parzelle mit einem dicht bewachsenen Röhrichtweiher, die über Jahre brach lag. Nach Verhandlungen mit den früheren und heutigen Eigentümern konnte das ganze Gelände revitalisiert und aufgewertet werden. So wurde im Winter 2013 zuerst der Waldrand bis an die Parzellengrenze ausgelichtet. Im zeitigen Frühling wurden nach der Ausdolung des Steinhaufengräblis ein neuer Bachlauf gelegt, Altlasten saniert und ein grosser Weiher mit Folieneinlage (Contec) gebaut. Ebenso wurden zahlreiche Kleingewässer für die stark gefährdete Zielart Gelbbauchunke erstellt. Auch andere Amphibienarten, zahlreiche Libellen und weitere Insekten sowie Vögel profitieren von den neu geschaffenen, vielfältigen Lebensräumen.

Unter tatkräftiger Mithilfe von Schülerinnen und Schülern und zahlreichen Freiwilligen wurden viele Kleinstrukturen wie Asthaufen und Steinriegel gebaut und etliche Sträuchergruppen sowie Einzelbäume gepflanzt.

Das Gelände ist eingezäunt. Im Herbst 2013 wurde die Fläche zur Pflege und Auflichtung der Vegetation von Schottischen Hochlandrindern und Wasserbüffeln beweidet.

Unterhalt mehrheitlich durch Freiwillige Pro Natura Region Thun, das Fliessgewässer durch Tiefbauamt Stadt Thun.

Projektleitung: Ruedi Hadorn, B&S Ingenieure und Verena Wagner (ehem. Pro Natura Region Thun), Projektpartnerin: Pro Natura Bern

Eigentümerin der Parzelle ist die Gemeinde Thun. Pro Natura Region Thun hat einen Baurechtsvertrag für 30 Jahre.

 







 TT-Beiträge 

Panzergraben, Einigen, 2012

Die Armasuisse Immobilien des VBS verkaufte vor einigen Jahren den Panzergraben in Einigen an die Vigier Beton Berner Oberland. Da der Graben keine militärischen Aufgaben mehr zu erfüllen hat, sollte er aufgefüllt werden. Das ist in den letzten Jahren geschehen.

Es wurde seinerzeit angeregt, zumindest einen Bruchteil des Grabens für ökologische Massnahmen offen zu lassen und entsprechend zu gestalten.

Im Frühling 2012 wurde für die Zielart Gelbbauchunke mehrere Kleingewässer und ein grosser Weiher für weitere Amphibien, alle mit Folieneinlage (Contec), gebaut.

Neben der Einsaat einer blumenreichen Magerwiese und der Pflanzung einzelner Sträucher, sind auch Kleinstrukturen angelegt worden. Damit ist Lebensraum für Amphibien, Reptilien und Insekten geschaffen worden. 

Unterhalt durch Freiwillige von Pro Natura Region Thun, Mithilfe Werkhof Vigier Beton 

Projektleitung: Verena Wagner (ehem. Pro Natura Region Thun)  

Schintere, Franzosenweg, Thun, 2007

In der Schintere überlebte eine isolierte Population des stark gefährdeten Laubfrosches über Jahrzehnte in einem Grundwasserweiher. In nächster Umgebung wurde zwischen 2001 und 2007 mehrere Weiher gebaut, um die Anzahl der Gewässer sowie deren Vielfalt zu erhöhen und damit die Population des Laubfrosches zu stärken und zu fördern. Sämtliche Weiher haben einen Wasserzulauf und –ablauf und wurden mit einer Folieneinlage (Contec) abgedichtet. Einzelne Weiher werden im Winter trocken gelegt um Fressfeinde zu vermeiden und im Frühling wieder mit Wasser gespeist. Neben den Weiherbauten wurden rund 60 m Trockenmauer und zahlreiche Kleinstrukturen erstellt, Hecken gepflanzt und ein speziell für das Publikum zugänglicher Teil besucherfreundlich, inkl. Sitzgelegenheiten und mit einem Flachgewässer, gestaltet.

Das Projekt ist erfolgreich, wie Erhebungen zeigen. Die Laubfroschpopulation ist gestiegen, aber auch die Anzahl der verwandten Arten, ebenso wie Reptilien, Libellen und Insekten.

Unterhalt: mehrheitlich durch Freiwillige Pro Natura Region Thun, ab und zu Einsätze mit Firmen.

Die Parzelle ist im Besitz von Pro Natura Region Thun und Pro Natura Bern. Projektleitung für sämtliche Bauten: Verena Wagner (ehem. Pro Natura Region Thun), Projektpartnerin: Pro Natura Bern






Weitere Weiherbauten sind auf dem RUAG Areal, Uttigenstrasse, Thun, beim Rebberg in Hilterfingen, auf der Lotharfläche Hubel, Grünenboden, Gemeinde Sigriswil und im Lindenmoos auf der Schwarzenegg realisiert worden. Auch am Allmendingenbächli in Thun wurden etliche Stillgewässer (im Fliessgewässer) gebaut.

Auf Wunsch stellen wir Ihnen diese gerne vor. 

 






 

Sämtliche bisher realisierten Wasserbauprojekte sind unter Mitwirkung und in teilweise ehrenamtlicher Arbeit von Gerhard Bieri, Einigen und Roland Wenger, Unterlangenegg entstanden. Ihre Ideen und das grosse (Fach-) Wissen, wie auch das tatkräftige Mitdenken und Anpacken haben zum gemeinsamen Erfolg geführt.