Trockenmauern

Was sind Trockenmauern?

Trockenmauern sind die wohl älteste Form des Mauerbaus ohne Vermörtelung. Man findet sie in der Schweiz mehrheitlich an südexponierten Lagen in Rebbaugebieten. Oft haben sie dabei neben der Stützfunktion auch eine messbare Verbesserung des Mikroklimas zur Folge. Vielerorts, zum Beispiel im Jura, sind sie Grenzbezeichnungen und praktische Weidezäune. Sie sind "Stumme Zeugen vergangener Handwerkskunst", wie im schönen Büchlein „Trockenmauern“ der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz zu lesen ist.

Sie sind aber auch Naturelemente sowie Kinderstube und Lebensraum für Reptilien und Insekten. Wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen, die eine karge Umgebung brauchen, fühlen sich da wohl.

Warum Trockenmauern?

Es gibt zahlreiche Gründe und Möglichkeiten, Trockenmauern zu bauen. Bedeutend sind  Funktion, Lage, Zweck und Ziel, die eine Trockenmauer zu erfüllen hat. Muss sie stabilisieren, ist sie an einer Steillage oder im flachen Gebiet, ist sie gut besonnt oder auch beschattet? Bietet sie Lebensraum für Fauna und Flora?

Der Bau einer Trockenmauer muss gut überlegt sein, damit sie auch sinnvoll ist und eine entsprechende Wirkung hat. Entscheidend ist, dass sie mit Material aus der nahen Umgebung gebaut wird und sich ästhetisch in die Landschaft einfügt.

Wir haben an den unterschiedlichsten Orten, zu den vielfältigsten Anforderungen viel Erfahrung gesammelt bei der Erstellung von Trockenmauern. Im Feld arbeiten wir ausnahmslos mit Profis zusammen. Wir beraten Sie, klären ab, regeln die Finanzierung und organisieren den Bau vor Ort.

Ob im Feld, am Hang, Steil- oder Flachlage, wir arbeiten ausnahmslos mit erfahrenen, professionellen Trockenmaurern zusammen. Und garantieren 1A Qualität in jeder Hinsicht.

Referenzprojekte

Am Rebberg Hilterfingen ist eine 18 m² grosse Trockenmauer entstanden, 2014

Die Rebbaugenosssenschaft Hilterfingen hat am Ende einer Rebzeile im unteren Bereich des Rebbergs eine weitere Trockenmauer erstellen lassen. Neben der Stützfunktion soll sie die maschinelle Bewirtschaftung erleichtern und als Wendeplatz dienen.

Die neue Mauer sollte sich nahtlos und ästhetisch ins bestehende, einheitliche Mauer- und Landschaftsbild einfügen und zudem Reptilien und Insekten Unterschlupf und Lebensraum bieten. Es besteht die Hoffnung auf das Erscheinen der seltenen Schlingnatter, die sich in erreichbarer Distanz in den Rebbergen Oberhofen und Stampbach, Gunten, (dort in einer stabilen Population) aufhält.

Der Bau wurde durch Simon Winzenried und dem Team der Firma Salamandra ausgeführt. Zahlreiche Freiwillige der Rebbaugenossenschaft haben dabei ein Total von weit über 200 Stunden Arbeit mit Assistenzen, Transporten und zahlreichen Handreichungen bei bester Stimmung und wunderbarer Verpflegung vor Ort geleistet.

Finanziert wurde der Mauerbau durch den Förderfonds für ökologische Ausgleichsmassnahmen der Energie Thun AG und des Fonds Landschaft Schweiz.

Die effiziente und humorvolle Zusammenarbeit mit dem Präsidenten der Rebbaugenossenschaft, Martin Stähli, hat die Planung und Sicherung der Finanzierung  zu einem sehr gut organisierten Projekt werden lassen.

Rebberg Stampbach, Gunten, 2011

Im Rebberg Stampbach wurden im September 2011 drei neue Trockenmauern entlang des Pilger- resp. Wanderwegs gebaut, eine davon doppelstöckig, total rund 70 m². Sie alle befinden sich auf dem Grundstück und im Besitz der Eigentümergemeinschaft Woker, Bern und Gunten.

Die Mauern hier haben in erster Linie eine Stützfunktion. Gleichzeitig sollte aber auch mehr Lebensraum für die gefährdete Schlingnatter geschaffen werden, die sehr versteckt und heimlich lebt. Die Trockenmauern bieten ihr ein gut besonntes und wenig gestörtes Habitat. Da sich die Schlingnatter vor allem von Eidechsen ernährt, ist für sie das Vorhandensein einer ausreichend grossen Eidechsenpopulation überlebenswichtig. Auch sie sind auf Mauern mit Ritzen und Verstecken angewiesen.

Für dieses Projekt war das sehr steile Gelände ohne direkte Zufahrt eine besondere Herausforderung. Transporte und Umladung des Materials erfolgten rund 400 m von der Baustelle entfernt.

Projektleitung: Verena Wagner in Zusammenarbeit mit Roland Wenger, Gartenbau, Tom Wizemann und Simon Winzenried, Salamandra Bern sowie Stefan Spörri, Gemma, Glarus.

Mithilfe von Freiwilligen der Bank Crédit Suisse, Lernende der Gartenbauschule Hünibach und Freiwillige von Pro Natura Region Thun

Waffenplatz Thun, 2009 - 2013 

Andere Trockenmauern sind Landschaftselement und wichtiger Lebensraum für Reptilien wie für die Zauneidechsen auf dem Waffenplatz Thun, im Besitz des VBS resp. der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Über Jahre sind immer wieder Teilstücke einer Trockenmauer mit Freiwilligen von Schulen oder Firmen gebaut worden. Bis heute rund 60 m, ausnahmslos mit Steinen der unmittelbaren Umgebung aus der Landwirtschaft, nicht selten eine Knacknuss der besonderen Art.

Projektleitung Verena Wagner, Vorarbeiten Rolf Dänzer VBS, Bauleitung Roland Wenger, Gartenbau.

Mithilfe von Konfirmationsklassen aus Amsoldingen, Freiwillige der Firmen Glaxo Smith & Kline sowie Johnson&Johnson.




 


Schnittweier bei Steffisburg, 2009

Im Schnittweier bei Steffisburg wurden nach einer  Waldrandauflichtung rund 30 m neue Trockenmauer gebaut. Das gratis gelieferte Material stammte aus einer grossen, abgebrochenen Natursteinmauer in Oberhofen am Thunersee.

Ziel war die Landschaftsaufwertung für die stark gefährdete Geburtshelferkröte  Die „Glögglifrösche“,  wie man sie im Kanton Bern auch nennt, haben die gut besonnten Mauern sofort besiedelt. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Feuerweiher, der den Amphibien als Laichgewässer dient.

Das Grundstück ist im Besitz der Burgergemeinde Steffisburg.

Projektleitung Verena Wagner. Bauleitung Roland Wenger und Gartenbau und Simon Winzenried, Salamandra, Bern.

Freiwillige Mithilfe: Lernende und Lehrkräfte der biologisch-dynamischen Gartenbauschule Hünibach.

Schintere, Franzosenweg, Thun, 2007

In der Schintere wurde den Zielarten Laubfrosch und Zauneidechse durch mehrere rund 1 m hohe Trockenmauern mit mehrheitlich runden Steinen (analog Aaresteine in nächster Umgebung) ein weiterer, warmer Landlebensraum gebaut. Mit den Mauern sollte ebenfalls eine Verbesserung des Mikroklimas inkl. Windschutz rund um die Stillgewässer erreicht werden.

Im Besucherteil wurde eine rund 30 m lange Trockenmauer erstellt, mit unentgeltlich organisiertem Material aus einem Abbruch in Oberhofen und Sitzgelegenheiten aus Holz.

Das Areal befindet sich im Besitz von Pro Natura Region Thun und Pro Natura Bern.

Projektleitung Verena Wagner und Roland Wenger, Gartenbau.

Mithilfe von Freiwilligen von Pro Natura Region Thun im Gelände. Im Besucherteil bauten die Lernenden der biologisch-dynamischen Gartenbauschule Hünibach unter Leitung von Roland Wenger Gartenbau und Simon Winzenried von Salamandra. Mehrere Bauetappen, total rund 11 Tage.


 


 


 

Rebberg Hilterfingen, 2003

2002 wurde in Hilterfingen ein Rebberg neu angelegt. Auf Anregung hin sollten Trockenmauern mit Stützfunktion gebaut werden. In der Folge wurden vier bis zu 150 cm hohe Trockenmauern auf einer Gesamtlänge von rund 120 m gebaut.

Heute sind sie ein bedeutendes, von weitem einsehbares, schönes Landschaftselement, die das Mikroklima für die Reben positiv beeinflussen. Ausserdem sind die Mauern wertvoller Anziehungspunkt und Lebensraum für zahlreiche in der Umgebung lebende Reptilien.  

Das Gelände befindet sich im Besitz der Rebbaugenossenschaft Hilterfingen.

Projektidee für Trockenmauern und Sicherung der Finanzierung: Verena Wagner, Ausführung Stiftung Umwelteinsatz Schweiz (unter Tom Wizemann), Gärtnerei HR Baumann mit Lernenden.

Besonderes: Zusätzliche Heckenpflanzung (650 Sträucher) am angrenzenden Waldrand und an der westlichen Parzellengrenze mit Schulklassen aus der Gemeinde Hilterfingen unter Leitung von Verena Wagner und Roland Wenger.